Weinkenner halten sich meist an gewisse Regeln bei der Verkostung von Weinen. Im folgenden Artikel, werde ich euch ein paar Tipps geben, die zu beachten sind. Der stilvolle Genuss von Wein beginnt mit dem Servieren. Die Kapsel der Flasche, die den Flaschenhals umschließt und den Korken schützt, sollte nicht einfach heruntergerissen werden. Ihr solltet euch ein Kabselschneider zulegen, mit dem ihr jede Kapsel sauber abtrennen könnt. Falls ein Schneider nicht benutzt wird, könnte es zu Schüttelbewegungen kommen, die ein eventuell vorhandenes Depot aufwirbeln könnten. Zum Entfernen des Flaschenkorkens eignen sich Korkenzieher mit einem Mechanismus besonders gut. Wichtig hierbei ist die sogenannte “Seele”. Das Gewinde sollte wie eine offene Spirale geformt sein und nicht, wie bei den meisten, der Form einer Schraube. Mit dem “richtigen” Korkenzieher können nämlich auch alte und bröckelige Korken entfernt werden!

Viele ältere  Rotweine setzen während ihres Reifeprozesses ein Depot aus Schwebeteilchen auf dem Flaschenboden ab. Wenn Sie nun die Flasche öffnen, können diese aufgewirbelt werden und beim Einschenken ins Glas gelangen, was den Wein letztendlich meist trübt. Deshalb sollten edle Weine vorsichtig entkorkt und dekantiert werden. Zunächst schüttet man den Inhalt der Flasche in eine Karaffe. Zur Kontrolle, ob sich das Depot in die Karaffe abgelagert hat, stellen Sie am besten eine Kerze dahinter. Oft werden Weine schon zwei Stunden vor dem Genuss entkorkt, um den Zutritt des Sauerstoffs zu ermöglichen. Diese Variante bietet aber nicht die Vorteile des Dekantierens, da durch den engen Flaschenhals nur sehr wenig Sauerstoff an den Wein gelangt. Um die Vorzüge eines Weines zur Geltung zu bringen, ist die Wahl des richtigen Weinglases von sehr großer Bedeutung.

Die Form des Glases ist ganz entscheidend! Es sollte nicht gefärbt, noch geschliffen, graviert sein. Ein tulpenförmiges kristallklares Glas, welches sich nach oben verjüngt, konzentriert die Aromen. Der Kelch sollte nicht nach oben geöffnet sein, da er sonst zu viel von seinem Duft verliert. Zudem sollte das Glas einen langen Stiel besitzen, um nicht in Versuchung zu kommen den Kelch anzufassen. Falls es doch dazu kommen sollte, könnte sich der Wein erwärmen, oder das Glas wird durch die Fingerabdrücke unklar. Idealerweise füllt man das Weinglas maximal bis zu seiner breitesten Stelle. Je aromatischer und kukettreicher ein Wein ist, desto größer sollte das Glas sein, damit er sich perfekt entfalten kann.
Tipp: Ein Degustationsglas. Es besitzt üblicherweise einen nicht übertrieben großen, hohen, sich gleichmäßig verjüngenden Kelch und eignet sich für alle Weine.

Wichtig für eine gelungene Weinprobe ist auch die richtige Reihenfolge, in der man die verschiedenen Gewächse probiert. Orientiert man sich dabei an den Weinarten, empfiehlt sich die Reihenfolge: Schaumwein vor Weißwein vor Rosèwein vor Rotwein. Stehen jedoch die Geschmacksrichtungen im Vordergrund, sollte man mit den säurereichsten Weinen beginnen und sich langsam zu den süßesten Gewächsen “vorarbeiten”. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, Weine verschiedener Qualitätsstufen zu verkosten. Dabei beginnt man mit den einfachsten Weinen und steigert die Qualität stetig.

Wer auf eine Weinprobe geht, bei der im Rahmen des Weinhandels mehrerer Weine angeboten werden, sollte sich allerdings anders verhalten als bei der privaten Weinverkostung im geselligen Rahmen daheim. Hier ist eine gewisse Konzentration erforderlich, da es bei vielen Kaufentscheidungen um viel Geld geht und man sich im Nachhinein nicht ärgern will. Der erste Eindruck eines Weines wird mit dem Auge wahrgenommen. Haltet das Glas gegen eine Lichtquelle. Der Wein muss glanzhell sein, von klarer Farbe und frei von Trübungen. Den nächsten Schritt übernimmt die Nase, indem sie den Duft des Weines so einschätzt, dass es den eigenen Vorlieben entspricht. Dort werden die meisten Fehler begangen. Für den Anfänger, lassen sich solche Fehler mit etwas Übung oft schon am Geruch des Korkens beheben.  Doch man kann sich weiterhin immer noch nicht sicher sein. Der letzte Schritt besteht in der Geschmacksprüfung. Man sollte überprüfen ob der Wein typisch für Rebsorte und Herkunft schmeckt, ob er seinem Alter angemessen Geschmack aufweist und frei vom Fremdtönen ist. Zur Neutralisierung der Geschmacksnerven ist ein schwach mineralisiertes Mineralwasser ideal, auch Brot ist gut geeignet.

Weiterführende Links

  • … zum Stichwort: Depot
  • … zum Stichwort: Verkostung
  • … zum Stichwort: Weinprobe

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